„Kultur macht stark“. Unter diesem Motto fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2013 außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e.V. (FBK) ist mit seiner Initiative „Autorenpatenschaften – Literatur lesen und schreiben mit Profis“ daran beteiligt. Der Landesverband NRW organisiert in diesem Rahmen 2016 das Teilprojekt "Die grüne Stadt".

Fotos: Frank Vinken

 

Hintergrund

Die Friedrich-Bödecker-Kreise e.V. verbindet die gemeinsame Aufgabe, Kinder und Jugendliche mittels aktueller Literatur zu bilden und stark zu machen. Dabei setzen sie auf persönliche Überzeugungskraft und Kompetenzen professioneller Literaten, die für eben diese Zielgruppen schreibend und vermittelnd tätig sind. In Form von Bündnissen für Bildung, gemeinsam mit lokalen Partnern aus dem Bildungs- und Kulturbereich, werden die FBKs in den Jahren 2013 bis 2017 bundesweit 30 „Autorenpatenschaften“ durchführen – Mentoren-Programme, die insbesondere Heranwachsenden aus benachteiligten Bildungsschichten zugute kommen. Bei jeder einzelnen Patenschaft betreut ein Autor/eine Autorin eine Gruppe junger Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Die lokalen Bündnisse innerhalb der verschiedenen Bundesländer werden von den einzelnen Landesverbänden unterstützt, der initiierende Bundesverband der FBKs trägt die Durchführung des Projektes. 2016 findet in NRW ein Modul der Autorenpatenschaften unter dem Titel "Die grüne Stadt" statt. Bündnispartner sind die Emschergenossenschaft, der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und die auf Carl gGmbH (Zeche Carl).

 

 

Autorenpatenschaften in Essen 2016: die grüne Stadt

Neben der kulturellen Bildung im Sinne von literarischer Kompetenz konzentriert sich das Bündnis auch auf die Unterstützung der Jugendlichen bei der Aneignung des eigenen Stadtgebietes mit einem Schwerpunkt auf umweltpolitischen Themen. Denn bedingt durch die Montanindustrie war das Ruhrgebiet in der Vergangenheit auch ökologisch stark belastet. Auch heute noch hat die Region mit diesen Problemen zu kämpfen. Wie erfolgreich sie trotzdem in Bezug auf die Lösung dieser Probleme und auch als Vorreiter bei der Bewältigung aktueller Umweltrisiken ist, zeigt die Auszeichnung der Stadt Essen als „European Green Capital“ 2017. Das Bündnis nimmt diesen Titel zum Anlass, Jugendlichen in Essen dazu anzuregen, sich literarisch mit Themen des Umweltschutzes zu beschäftigen.

Das Projekt versteht sich zugleich als Teil der Projektfamilie „FlussLandStadt. Eure Heimat – euer Roman“. Grundidee dieser Projektfamilie ist die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der eigenen Region oder Stadt unter bestimmten Gesichtspunkten. Die Texte (von der Erzählung, über den Roman, bis hin zu Comic und Theaterstück) sind durch Überschneidungen in den Personenkonstellationen verbunden.

Als Inspiration werden die Teilnehmer im Rahmen von Exkursionen durch Experten über Probleme und Lösungsmöglichkeiten informiert. Schwerpunkte bilden dabei Konzepte zu integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepten und der Umbau der Emscher und der Renaturierung der ehemals als Abwasserkanal verwendeten Bachläufe durch die Emschergenossenschaft. Basierend auf diesen Exkursionen entwickeln die Jugendlichen in der Gruppe Ideen, in welcher Form sie die Themen literarisch aufgreifen und verarbeiten wollen. Unterstützt werden sie dabei von Autor Sascha Pranschke, Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich, Prof. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft und die ehrenamtliche Werkstattleitungsunterstützer Samia Moussa und Benjamin Bäder.

Erstes Halbjahr 2016

In den Workshops entwickelten die Teilnehmer bereits spannende Ideen für die gemeinsame Erzählung und schrieben erste Kapitel. Ihre Geschichte spielt in der Zukunft. Die jungen Autoren entführen ihre Leser ins Jahr 2067. Das Ruhrgebiet ist dann eine ökologisch stabile Kulturlandschaft, die weltweit Vorbildfunktion hat. Sogar Scoop und Nock, zwei Außerirdische, die mit ihrem Raumschiff auf der Erde notlanden müssen, sind beeindruckt. Doch die friedliche Koexistenz zwischen Menschen, Emscherfeen und Tier- und Pflanzenwelt ist gefährdet.

Inspiriert wurden sie durch eine Exkursion in den Stadtteil Altenessen mit Prof. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft und eine Präsentation zum Emscherumbau und zu Essen als European Green Capital 2017.

 

 

Zweites Halbjahr 2016

Nach den Sommerferien schrieben die Jugendlichen ihren Roman weiter. Wieder bekamen sie dafür Inspiration durch Exkursionen in die eigene Region: zum Klärwerk in Bottrop und zum Kunstwerk "Warten auf den Fluss" der Emscherkunst 2016.

Diese Exkursionen inspirierten die Teilnehmer zu einem spannenden Finale.