Essener Industriegeschichte als literarischer Stoff. Im Rahmen der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen wurde die Idee entwickelt - nun griffen Essener Jugendliche sie im Projekt "Carls Erbe" auf und entwickelten einen mal fantastischen, mal gruseligen und immer wieder überraschenden Plot. "Carls Erbe" ist Teil der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman" und fand in Kooperation mit der Zeche Carl statt.

 

 

Die Idee

Die Idee, das industrielle Erbe zum Gegenstand literarischen Schreibens zu machen, entstand im September bei der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen mit Schülern aus ganz Deutschland. Ein von Sarah Meyer-Dietrich in diesem Rahmen geleiteter Workshop gab den Ausschlag. Inspiration bot ein von Bettina Gruber (Emschergenossenschaft) geleiteter Ausflug an die Berne, einen der Essener Nebenläufe der Emscher.

Nun griffen Essener Jugendliche die Idee auf und entwickelten sie weiter. Inspiriert wurden sie durch Exkursionen auf dem Areal der Zeche Carl und an die Berne, einen Nebenfluss der Emscher. Die historische Entwicklung der Emscher zum offenen Abwasserkanal und die jetzige Umgestaltung zum naturnah umgebauten Flusssystem durch die Emschergenossenschaft stehen symbolisch für die Industriegeschichte im Ruhrgebiet.

„Carls Erbe“ ist ein Kooperationsprojekt der Zeche Carl mit der Emschergenossenschaft und dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und ist Teil von „Kunst schafft Stadt“, einem Projekt der Auf Carl gGmbH, das im Rahmen der dreijährigen Konzeptförderung für Soziokulturelle Zentren in NRW vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

 

Workshop-Impressionen vom UNESCO-Schuletzwerk-Treffen (Fotos: Meyer-Dietrich, Frank Vinken)

 

Das Projekt

Inspiriert wurden die Essener Teilnehmer am 14.11.2014 zum Auftakt durch Exkursionen an die Berne (Leitung: Prof. Dr. Martina Oldengott, Emschergenossenschaft) und auf dem Areal der Zeche Carl (Leitung: Bernd Alles, Zeche Carl).

An vier darauffolgenden Werkstatttagen (15.11., 17.11., 18.11. und 19.11.2014) entschieden die Jugendlichen mit Unterstützung des Autors Sascha Pranschke und der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich, wie diese Themen in literarischer Form aufgegriffen werden können.

Die WAZ Essen berichtete über das Projekt:

"Deutschlehrerin Julia Leibold, die das Projekts für die Schule begleitet, findet besonders bemerkenswert, dass die Schüler große Teile der Arbeit am Nachmittag und abends erledigten. „Wir sehen, dass die Schüler Spaß haben, sich in der deutschen Sprache auszuprobieren.“ Sarah Meyer-Dietrich, die Geschäftsführerin des Bödecker-Kreises in NRW, findet außerdem, dass sich die Jugendlichen so auf neue Weise mit ihrer Region auseinandersetzen: „Wir setzen gezielt Impulse, zum Beispiel mit Fahrten in Ecken der Stadt, die die Schüler noch nicht so gut kennen.“

Deshalb auch die Zeche Carl als Standort für eine Literatur-Werkstatt. Und entsprechend findet das seinen Niederschlag im Text. (…)Am Ende werden wieder alle Autoren-Namen im Buch auftauchen, und Habib Yildiz (15) kann feststellen, wie schon beim Buch „Grenzgänger“: „Das ist ein tolles Gefühl, seinen eigenen Namen in einem Buch zu lesen.“"

(den kompletten Artikel finden Sie hier)

 

 

Am 20. September 2015 wurde in der Zeche Carl unter dem Titel "Emschererwachen. Ein Urban-Fantasy-Roman" das Buch präsentiert, das neben den Ergebnissen aus "Carls Erbe" auch die Werke der Teilnehmer des Projekts "Das Erbe der Flussgeister" enthält. Einen Bericht dazu gibt es auf der Homepage der UNESCO Schule Essen, unserem Schulpartner im Projekt.

  

 

An der Berne mit Prof. Dr. Martina Oldengott und auf Carl mit Bernd Alles (Fotos: Frank Vinken).

 

Projektfamilie FlussLandStadt

„Carls Erbe“ gehört zur Projektfamilie „FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman“. Kernidee ist, dass Jugendliche sich literarisch mit der eigenen Stadt oder Region auseinandersetzen. Friedrich-Bödecker-Kreises NRW e.V., jugendstil - das kinder- und jugendliteraturzentrum nrw und die Emschergenossenschaft haben bereits zwei Buchprojekte im Ruhrgebiet realisiert: „Stromabwärts. Ein Emscher-Roadmovie“ (2013), „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ (2014), beide im Klartext Verlag.

Auch inhaltlich sind die Bücher der Projektfamilie miteinander verwoben. So spielte Lukas bereits in "Stromabwärts" und "Grenzgänger" eine Nebenrolle und tauchte im Projekt "Picknick im Park" wieder auf. Und auch die Emscherfeen und sonstigen Flussgeister sind alte Bekannte.