Was bedeutet Heimat? Welche Rolle spielt das Herkunftsland für das Heimatgefühl? Wo fühlt man sich heimisch? Und was bedeutet es, zwischen mehreren Sprachen und Kulturen aufzuwachsen? Diesen Fragen gehen Jugendliche 2015 bis 2017 in den Werkstätten von "Home, sweet home?" in Castrop-Rauxel nach. Das Projekt ist eine Kooperation der Bündnispartner Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V., Kulturzentrum AGORA, Fridtjof-Nansen-Realschule und Emschergenossenschaft. Es wird unterstützt durch das Programm "MeinLand - Zeit für Zukunft" der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

Die Idee

Eine Gruppe Jugendlicher setzt sich jeweils mehrere Tage mit den Themenkomplexen Heimat/Fremde literarisch auseinander. Inspiration bieten Gespräche mit Menschen verschiedener Kulturkreise und Exkursionen an die Emscher.

"Home, sweet home?" wird unterstützt durch das Programm "MeinLand - Zeit für Zukunft" der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Für "MeinLand – Zeit für Zukunft" vernetzen sich auf lokaler Ebene Migrantenorganisationen mit Schulen, Institutionen der kulturellen Bildung und anderen Akteuren zu Bündnissen für Bildung, die Angebote der Biografiearbeit zur außerschulischen kulturellen Bildung nutzen.

Im Falle von "Home, sweet home?" besteht das Bündnis aus dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V., dem Kulturzentrum AGORA und der Fridtjof-Nansen-Realschule. Als weiterer Partner bringt die Emschergenossenschaft fachliche Kompetenzen mit ein.

 

Infos und Anmeldung bei Sarah Meyer-Dietrich:

s.meyer-dietrich (at) web.de, 0179-1385028

 

Home, sweet home? Teil I

In den Osterferien 2015 fand die erste Werkstatt im Rahmen des Projekts statt. Inspiriert wurden die jungen Autoren dafür durch Gespräche mit Mitgliedern der Griechischen Gemeinde Castrop-Rauxels und durch Moritz Herbst von der Emschergenossenschaft, aber auch durch die Diskussionen untereinander und mit den Werkstattleitern Sascha Pranschke und Ipek Abali und der Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich. Die Werkstatt fand in den Räumlichkeiten des AGORA Kulturzentrums statt, das die Griechische Gemeinde in Castrop-Rauxel als Kultur- und Begegnungszentrum aufgebaut hat.

Entstanden ist eine Erzählung, die in Castrop-Rauxel spielt und sich um die Themen (Wahl-)Heimat und die Einwanderung der griechischen Gastarbeiter während der Industrialisierung dreht. Auch die Emscher spielt eine Rolle als Handlungsort der Erzählung. Am 20. Mai 2015 stellten die Autoren die entstandene Erzählung im FORUM der Fridtjof-Nansen-Realschule in einer Lesung der Öffentlichkeit vor. Die Erzählung ist nachzulesen in unserem Schülerblog.

 

Fotos: Frank Vinken

 

Home, sweet home? Teil II

Im September 2015 fand die zweite Werkstatt im Rahmen des Projekts statt. Als Gäste begrüßten wir Dilan Yildirim und Sefik Onatoglu. Unterstützt wurden die Jugendlichen außerdem durch die Werkstattleiter Sascha Pranschke und Ipek Abali und die Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich.

Die entstandene Erzählung setzt sich aus den Perspektiven verschiedener Figuren zusammen, die alle die Suche nach Heimat eint. Die Teilnehmer präsentierten ihre Erzählung im Herbst 2015 öffentlich in Castrop-Rauxel. Der Text ist außerdem in unserem Schülerblog nachzulesen.

 

Fotos: Frank Vinken

 

Home, sweet home? Teil III

In den Osterferien 2016 fand die dritte Werkstatt im Rahmen des Projekts statt. Wieder schrieb eine Gruppe Jugendlicher eine Erzählung, die in Castrop-Rauxel spielt. Als Gäste begrüßten wir Frau Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft, die mit unseren Teilnehmern über einen Wasser- und Naturerlebnispark sprach, der in den nächsten Jahren an der Emscher entstehen soll. Als Setting für die Erzählung überlegten sich die Teilnehmer, wie ihr Wunschpark aussehen sollte. Weitere Gäste waren: Amer Alsrhan (Syrien), Oras Adil Abdullah (Irak), Naaman Wakil (Syrien) und Enaam Saiegh Wakil (Syrien). Unterstützt wurden die Jugendlichen durch die Werkstattleiter Sascha Pranschke und Ipek Abali und die Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich, sowie die Ehrenamtler Dennis Kazakis und Samia Moussa. 

Die entstandene Erzählung vereint verschiedene Perspektiven und Figuren, deren Wege sich alle im fiktiven Park Emscherland kreuzen. Die Teilnehmer präsentierten ihre Erzählung öffentlich in Castrop-Rauxel.

 

Fotos: Frank Vinken

 

Veröffentlichung der Texte als Episodenroman


Dank eines Druckkostenzuschusses der Emschergenossenschaft war es möglich, die Ergebnisse der Werkstätten I-III in einem Band unter dem Titel "Willkommen@Emscherland. Eine Cross-Culture-Trilogie" zu veröffentlichen.

Der Episodenroman (die drei Erzählungen bauen aufeinander auf und bilden so ein Gesamtwerk) erschien im Mai 2016 im Klartext Verlag.

Die Veröffentlichung erfolgte im Rahmen der Projektfamilie "FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman".

Zum Roman:

Elias klaut die Urne mit der Asche seines griechischen Opas, um dessen letzten Wunsch zu erfüllen. Katja wohnt bei ihrer russischen Oma auf dem Dachboden, weil die Eltern stressen. Senem hat Heimweh nach Istanbul. Leon kriegt die Krise, weil er für ein paar Tage aus dem coolen Berlin in die alte Heimat Castrop-Rauxel muss. Emre ertrinkt fast in der Emscher, weil er den Helden spielen will. Ali sucht verzweifelt seine Schwester, mit der zusammen er aus Syrien nach Deutschland gekommen ist. Und mitten im Natur- und Wassererlebnispark an der Emscher wird die Leiche eines Immobilien-Hais gefunden. Wer den wohl umgebracht hat? Irgendwie kreuzen sich die Wege der Protagonisten immer wieder im Emscherland. Klein ist die Welt hier manchmal. Und oft ganz schön chaotisch.

Die Jugendlichen präsentierten ihr Buch gemeinsam mit Werkstattleitern und Organisatoren am 19. Juni 2016 in der Zeche Carl in Essen.

Fotos: Frank Vinken

 

Home, sweet home? Teil IV

Im Herbst 2016 findet die vierte Werkstatt im Rahmen des Projekts statt. Wieder schreibt eine Gruppe Jugendlicher eine Erzählung, die in Castrop-Rauxel spielt. Als Gast begrüßen wir Frau Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft, die mit unseren Teilnehmern über die Risiken von Hochwasser in der Region und Möglichkeiten des Hochwassermanagements spricht. Grundidee der Handlung: In Castrop-Rauxel kommt es zur Hochwasserkatastrophe und die Einwohner der Stadt verlieren teilweise ihre Heimat oder müssen sie verlassen, um dem Hochwasser zu entkommen. So dreht sich auch diese Werkstatt wieder um Fragen von Heimat, Fremde und Flucht. Unterstützt wurden die Jugendlichen durch Sarah Meyer-Dietrich, Sascha Pranschke und Ipek Abali. 

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