In den Herbstferien 2015 reiste ein Gruppe von 12 Jugendlichen aus dem Emschergebiet nach Astrachan (Russland) und sammelte dort mit einer Gruppe russischer Jugendlicher Ideen und Bildmaterial für einen gemeinsamen deutsch-russischen Comic. Sie setzten so eine Geschichte fort, die im Theaterstück "Zwischen uns" (entstanden im gleichnamigen Projekt) begann. Zentrale Themen des entstandenen Comics "Ey, Emscher! Wow, Wolga!" sind die Stadt Astrachan, die interkulturelle Begegnung, aber auch die Flüsse Wolga und Emscher, die für die Protagonisten und die Städte, in denen sie leben, eine wesentliche Rolle spielen. Das Projekt wurde mit dem ersten Platz des Young European Award beim Jugendkulturpreis NRW 2016 ausgezeichnet.

Foto: Frank Vinken

 

Die Idee

Deutsche und russische Jugendliche begegneten sich in Astrachan (Russland) und verarbeiteten die Eindrücke ihrer Begegnung und der Reise ins andere Land visuell und verbal in Form eines gemeinsamen Comics. Gemeinsam mit den Werkstattleitern reisten die deutschen Jugendlichen in den Herbstferien 2015 für eine Woche nach Astrachan. 

Der Jugendaustausch ist eine Fortsetzung des Projekts „Zwischen uns - между нами“: In diesem ersten Projekt schrieben die Jugendlichen wechselseitig ein Theaterstück, das von einer deutschen Protagonistin (Ella, erfunden bereits im Projekt „Am Fluss entlang schreiben“) und einem russischen Protagonisten (Ilja) handelte. Die russischen Teilnehmer schrieben den Teil des Theaterstücks, der von Iljas Leben handelte, die deutschen Teilnehmer über Ellas Leben. So wie sich die Teilnehmer beider Länder damals nur virtuell trafen, fanden auch die Begegnungen der Protagonisten nur auf Basis von Briefen und Social Media statt.

Der Comic aus „Menschen am Fluss“ führt nun inhaltlich den Plot des Theaterstücks „Zwischen uns - между нами“ rund um die deutsche Protagonistin Ella und den russischen Protagonisten Ilja weiter.

 

Partner und Förderer

Das Projekt wird organisiert von jugendstil – das kinder- und jugendliteraturzentrum nrw (verantwortlicher Veranstalter) in Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, dem Sojuz Teatralnich Dejatelej Rossijskoj Federazii Astrachanskoe Regionalnoe Otdelenije und der djo – Deutsche Jugend in Europa Landesverband NRW e.V.

Das Projekt wird gefördert aus Sonderprojektmitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, sowie aus Mitteln der Emschergenossenschaft und der Robert Bosch Stiftung.

Die Jugendbegegnung wird gefördert von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch - eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Freien und Hansestadt Hamburg, der Robert Bosch Stiftung und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, sowie vom Goethe Institut.

Das Projekt versteht sich als Teil der Projektfamilie „FlussLandStadt. Eure Heimat - euer Roman“, in deren Rahmen Jugendliche sich die eigene Stadt oder Region unter verschiedenen Gesichtspunkten erschrieben. Die Texte, die in diesen Projekten entstehen, sind durch Überschneidungen in der Personenkonstellation lose inhaltlich miteinander verknüpft.

 

Projektteam

Workshopleitung: Benjamin Bäder, Marija Komarowa, Sarah Meyer-Dietrich, Kathrin Oerters, Andrea Weitkamp, Pina Weitkamp

Sprachmittler: Anna Deeva, Ludmila Hase

Beratung/Unterstützung Jugendaustausch: Janna Keberlein

Wissenschaftliche Beratung Emscher: Dr. Martina Oldengott

 

Beim Jugendkulturpreis NRW 2016 wurde das Projekt mit dem Young European Award ausgezeichnet.

Foto: Stefan Milk

 

 

Bestandteile des Projekts

Vorbereitende Workshops

Vorbereitend zum Jugendaustausch wurden Treffen mit den teilnehmenden Jugendlichen in Deutschland organisiert. Dazu gehörten ein Workshop zu den Grundlagen des Comiczeichnens, aber auch eine Foto-Safari durch Dortmund, in der die Jugendlichen Bilder sammeln, die sie (quasi in Ellas Rolle schlüpfend) nach Russland mitbringen wollten. Zum Beispiel auch von der Emscher, die für Protagonistin Ella nicht erst im Theaterstück, sondern auch bereits im Roman „Stromabwärts“ (entstanden im Projekt „Am Fluss entlang schreiben“) eine wichtige Rolle spielt.

Fotos: Frank Vinken

 

Jugendbegegnung in Astrachan

Ein wichtiger Bestandteil der Begegnung in Russland waren gemeinsame Exkursionen zum Kreml und an die Wolga und Begegnungen mit Einwohnern Astrachans unter dem Motto „Menschen am Fluss“. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war der Bericht der deutschen Jugendlichen über ihr Land und das Zeigen von Fotos, die sie im Rahmen der Foto-Safari aufgenommen hatten. Der dritte zentrale Bestandteil der Begegnung waren gemeinsame Workshops: Basierend auf den Eindrücken entwickelten die deutschen und russischen Teilnehmer noch im Rahmen der Austauschwoche den Plot für den gemeinsamen Comic.

Ein Beitrag über die Workshopwoche in Astrachan wurde im Lokalfernsehen ausgestrahlt (ab Minute 3:50 Uhr).

Fotos: Ruslan Altimirow

 

Comic-Werkstatt

Wieder zurück in Deutschland erarbeiteten die Jugendlichen in Deutschland anhand von in Astrachan erstellten Skizzen und Fotos einen Teil des gemeinsamen Comics, während die russischen Jugendlichen in Russland bildnerisch und textlich am anderen Teil arbeiten. Begleitet und unterstützt wurden die Jugendlichen von gestaltenden/bildenden Künstlern und Autoren.

Dabei brachten sie sich zeichnend, textend und durch das Erstellen von Collagen ein.

Fotos: Frank Vinken

 

Publikation

 

Der Comic wurde unter dem Titel "Ey, Emscher! Wow, Wolga! Ein russisch-deutscher Underground-Comic" als sechster Band der Projektfamilie „FlussLandStadt. Eure Heimat – euer Roman“ zweisprachig im Klartext Verlag publiziert.

Über den Comic:

Als Ella Ilja in Russland besucht, ahnt sie nicht, dass Exfreund Felix und Rivalin/Cousine Katja ihr folgen. In den Geheimgängen unterm Kreml in Astrachan erleben die vier ziemlich Abgedrehtes ... Fortsetzung von „Endstation Emscher“.

Когда Элла навещает в России Илью, она и не подозревает, что её бывший парень Феликс и соперница/ двоюродная сестра Катя последуют за ней. В потайных путях под Кремлём в Астрахани четверо ребят переживают что-то невероятное … Продолжение „Endstation Emscher“.

Die öffentliche Buchpräsentation fand am 19. Juni 2016 in der Zeche Carl in Essen statt.

Fotos: Frank Vinken